Freitag, 25. Mai 2018

Umkehr

Heute starte ich vom Camping in Richtung hohe Tatra. Der Weg über Brezno ist schön zu fahren und leer. Ich fahre in Richtung Liptovsky Mikulas, zweige aber kurz vorher auf die 437 ab in Richtung Velike Tatry. Anfangs noch schurgerade, gewinnt sie allmählich an Kurven und Höhe. Schon bald halte ich und hole mir einen Pullover aus dem Gepäck. Nicht besonders spektakulär zieht sich die Staße am Fuße der Berge entlang. An der Lomnitzspitze angekommen, mach ich kehrt. Hier ist also der Wendepunkt meiner Reise. Zurück führt mich der Weg wieder über Brezno zweigt dann aber in eine andere Richtung ab. Ich fahre über Martin, eine Empfehlung anderer Biker an den Camping von gestern. Ansich ein feiner Pass aaaaber dann, Baustellen und Stau
Zu guter letzt hab ich mich auch noch auf die 11 über Cadcac gelotst, was auf dem Hinweg schon sch... war.
Ich versuche mich irgendwie heraus zu winden, habe aber wenig Erfolg.
Anstatt im Stau um die Stadt zu fahren beschließe ich, mit Janik mittendurch zu fahren. Geht sogar ganz gut. Nun noch ein Campingplatz suchen.. Erstmal ist keiner  in meiner Richtung, irgendwo vor Olomuc kommt wohl einer, na dann nehme ich den.
Leider sind Zwei Campings ne Luftnummer. In Vrbrno werde ich dann endlich fündig.

Donnerstag, 24. Mai 2018

Verschlungene Wege

Dem "kleinsten Hochgebirge der Welt" nähere ich mich von der polnischen Seite. Von Namestovo nach Zakopane ist es nur ein kleines Stück zu fahren. Dort ist wirklich großes Kino angesagt, Blockhäuser überall. Und dem Touristen wird allerhand Tinnef feilgeboten. Ich hangle mich eine Weile in den Bergen herum und drehe dann etwas ab zur Grenze und fahre genau am Grenzfluss ostwärts. Beim Mittagesse beschließe ich die Route umzubauen um doch noch in Die kleinen Karpaten zu kommen. Als ich den Punkt erreiche wo ich auf die Plan-B-Route abzweige, prognostizeirt Janik eine Ankunftszeit gegen 21Uhr. Das ist deutlich zu spät, dafür das es in dieser Ecke Südpolens nicht viele Ausweichmöglichkeiten gibt - ob der Camping offen ist, weiß ich auch nicht.... Also doch zurück zu Plan-A! Was immer ich mir dabei gedacht haben mag, ich habe mich deutlich verschätzt. Ich bin in schönster Landschaft unterwegs aber es ist schon weit nach fünf Uhr und ich habe immer noch keinen Platz für die Nacht. Der geplante Platz in Liptovski Mikulas... ist noch ewig weit weg. Ich plane nochmal um, damit ich eventuell schneller ans Ziel komme aber von hier geht nichts schneller. Ich habe mich schon Damit abgefunden, vor halb acht nicht auf den Camping zu gelangen, da taucht auf meinem Navi ein grünes A auf (ein Campingplatz aus Archies POI Sammlung) - hoffenlich hat der offen. Er hat! Ein nettes Paar betreibt diesen Camping Sedlacky Dvor. Es gibt Bier vor Ort und ein Restaurant in der Nähe - PERFEKT.

Mittwoch, 23. Mai 2018

In die Slowakei

....gestern war es wieder lang.... Trotzdem schaffe ich es irgendwie aufs Mopped zu kommen und verlasse den Camping. Leider Steht heute als erstes die durchquerung von Nachod zum zweiten mal an. Wieder kilometerlang zähfließender Verkehr aber Janik will unbedingt da durch. Noch nicht ganz Herr über mich selbst, folge ich den Anweisungen des Navi - ich werde mir schon etwas dabei gedacht haben...?? Vielleicht auch nicht! Nach einigem hin und her auf gerader Strecke und breiten E-Straßen werde ich doch noch belohnt. Ich fahre auf kurvigen Straßen bergauf und bergab - aber leider endet Alles einmal. Ich muss irgendwie in die Slowakei und dafür stehen mir nicht viele Möglichkeiten offen. Autobahn fällt schon mal aus, doch die Landstraße entpuppt sich dann als vierspurige Schnellstraße, zu allem Überfluss auch noch mit Umleitungen und Baustellen. Als ich die Grenze hinter mir habe sehe ich zu, schleunigst auf kleine Straßen auszuweichen. In der Nähe von Namestovo finde ich einen Camping, ohne Shop ohne Kiosk, also geh ich wiedermal einkaufen. Zum Abschluss gibt es noch ein Lecker Abendessen. Und Jetzt wird Bier getrunken - Prost!

Dienstag, 22. Mai 2018

Weiter ostwärts

Nachdem ich alles aufgeladen haben verlasse ich gegen halb Zehn den Camping Zloty Potok. Ich muss mich erstmal wieder zurück zu meiner Route rudern, von der ich aufgrund einer Baustelle abweichen musste. Baustelle meint hier Baustellen, es gibt keinen Schleichweg daran vorbei. In Sachsen hat das gestern noch prima funktioniert - ran bis zur Baustelle und dann werden wir ja sehen. In Tschechien und in Polen Fehlanzeige!! Wenn gebaut wird, dann gleich soooo Umfangreich, das keine Schleichwege zurückführen.... Nachdem ich wieder in der Spur bin wechseln sich breite Hauptstraßen mit klitzekleienen Sträßchen durch den Wald ab. Letztere gefallen mir natürlich wesentlich besser. Ich springe wieder zwischen Polen und Tschechien hin und her, die Orientierung habe ich längst verloren und fahre einfach den Ansagen des Navi (Janik) hinterher. Immer wieder werde ich in kleine Täler geführt, deren Bäche eine ungeheure gewalt haben müssen wenn sie nicht so ruhig vor sich hin plätschern. Sie haben sich Tief ins Gestein eingegraben und formten steile Klippen auf deren Gipfeln Tannen thronen und dem Absturz in die Tiefe trotzen. Nach all dem Kurven genudel werde ich plötzlich in eine größere Stadt ausgepukt - Nachod. Es scheinbar gerade Feierabend, auf jeden Fall geht nichts mehr - Stau. Ich bin am Ende der heutigen Tour und suche auf der Route für morgen nach einem Camping. Erstaunlicherweise taucht plötzlich ein großer See auf an dem es natürlich auch Campingplätze gibt, so schnell hätte ich gar nicht damit gerechnet.... Da es aber bereits kurz vor vier ist beschließe ich hier einzukehren.

Montag, 21. Mai 2018

Grenzgänge

Vom völlig überlaufenen Mühlencamping im Kirnitzschtal mache ich mich heut früh auf den Weg. Trotzdessen, dass es gestern feucht fröhlich und lang wurde, schaffe ich es bereits halb neun auf dem Motorrad zu sitzen. Ich fahre noch ein Stück weit das Kirnitzschtal hinauf und genieße die morgentliche Ruhe. Schon bald nötigt mich Janik zur Umkehr, doch zuerst einmal lockt er mich in die Falsche Richtung. Weil ich einen Wegpunkt nicht übersprungen habe, will er unbeding noch dorthin. Dumm nur, dass ich dort gestern schon war.... Auf unterschiedlichsten Straßen habe ich mir meine Route zusammen geschustert. Mal Feldweg, dann mal breiteste Bundesstraße und immer wieder Umleitungen und vermeintliche Sackgassen, die dann doch keine sind. Hin und her hopse ich an den Grenzen entlang. Zum Schluss bleibe ich in Polen, in Zloty Potok finde ich einen herrlich ruhigen Campingplatz am See. Leider gibt es hier noch kein Restaurant und keinen Shop - Vorsaison...

 

Auf geht's

Nach ausgiebigen Frühstück mache ich ich mich, fast pünktlich, auf den Weg. Sonst versuche ich immer am ersten Tag eine größtmögliche Strecke zurück zu legen, was immer erstmal Autobahn bedeutete. Zur Abwechslung fahre ich heute ausschließlich auf der Landstraße.Wie immer dauert es nicht lange und Janik (mein Navi) ist sich uneins mit meiner Streckenführung. Es dauert eine ganze Weile bis ich ihn wieder überzeugt habe, mich wieder zu führen. Die Strecke führt mich durchs Muldental, durchs Weischeritztal an der Elbe entlang und zu guter letzt ins Kirnitzschtal. Hier habe ich für heute meinen Camping Mühlental gefunden. WLAN und Internet gibt es nicht aber ein Restaurant mit gutem Essen und einen kleinen Shop mit dem Nötigsten.

  

Mittwoch, 5. Juli 2017

Fazit: Balkans Ride 2017

Gut 7000 km in 14 Tagen führte mich die Tour durch Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Ich habe mit dem Wetter gekämpft und der Einsamkeit getrotzt. Und es war wiedermal sehr schön! Ein paar Orte aus meiner Kindheit habe ich besucht und doch kaum wiedererkannt. Es ist wohl einfach schon zu lange her.... 



Tschechien: habe ich im Prinzip nur durchfahren, es hat sich im Vergleich zu meinem letzten Besuch vor 17 Jahren einiges geändert und doch ist vieles gleich geblieben. Zum Glück sind die Menschen noch immer gesellig und aufgeschlossen.


Slowakei: habe ich auch nur durchfahren, der Lebensstandard scheint hier deutlich gestiegen zu sein.


Ungarn: der alte Glanz ist leider großteils verblasst, an vielen Orten trifft man noch auf genau die selben Restaurants und Hotels wie in den 80er Jahren, ja sogar das Mobiliar ist teilweise noch das selbe - nur ist inzwischen der Lack ab.
Ein schönes Land mit guter Infrastruktur, für alles darüber hinaus fehlt offensichtlich Geld und Wohlstand - leider.
PS: Die Straßen waren leider großteils ermüdend gerade.

Rumänien: hat mich überrascht, es ist sehr sauber, die alten Häuser sind meist sehr gut erhalten und die Straßen waren meist in einem guten Zustand.
In vielen Orten werden trotz mehrerer vorhandener Kirchen, noch weitere neu dazu gebaut - als ginge es darum das christliche Abendland zu zementieren.
Landschaftlich ist es sehr schön Berge, Wälder und Felder wechseln sich erfreulich oft in vielfältigen Variationen miteinander ab.
Ich hatte vorher die Aussage gehört:
bis auf die zwei Pässe gibt es dort eigentlich nichts fahrenswertes

Dem kann ich mich absolut nicht anschließen!!  


Bulgarien: strahlt ein wenig den morbiden Charme des Verfalls aus. Es gibt sehr viel Leerstand und Verfall im ländlichen Raum. Nur die größeren Städte, die ich grundsätzlich versuche zu meiden, scheinen dem zu trotzen. Am schwarzen Meer gibt es, abseits der völlig verbauten Tourismushochburgen, sehr schöne und relativ einsame Ecken. Die Berge in Bulgarien konnte ich in ihrer vollen Schönheit, ganz allein genießen. Abseits der Hauptstraßen herrschte wenig bis gar kein Verkehr.
Touristisch schien mir alles eher wenig erschlossen bzw. schon wieder geschlossen zu sein. Ich habe viele Hotelruinen bzw. deren verfallende Rohbauten gesehen. Manche sahen auch nur so aus, als ob sie nie wieder öffnen würden. Es kann aber auch daran liegen, dass ich noch in der Vorsaison unterwegs war und es im Juli ganz anders ist.