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Freitag, 24. Mai 2024

Last Stop

Die Reise nach Hause hat noch eine Pause... 
Von Cecina geht's heute in Richtung Gardasee, dem vorerst letzten Stop dieser Tour. Die Etappe ist mal ein ganzes Eck länger. Trotzdem versuche ich die Autobahn möglichst zu meiden. Jannik ist nicht ganz meiner Meinung, bekommt sich aber irgendwie beim Tankstopp wieder ein. Und dann geht's wiedermal durchs Apinin und wieder auf einer unbekannten Route. Hat er gut gemacht. Zielsicher komme ich um schlechtes Wetter herum, dabei hab ich extra die Membran wieder in die Motorradklammotten reingeknüpft.
Kurz nach drei erreiche ich das Ostufer des Sees. Jetzt gilt es einen Campingplatz zu finden. Die ersten drei haben keine Lust auf mich. Beim 4. werde ich dann fündig. Es befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Gardaland, das macht ziemlich eigenartige Geräusche. Zum Glück ist der Spuk um sechs zu Ende. Jetzt noch einmal Pizza und morgen geht's ab nach Hause...

Mittwoch, 22. Mai 2024

Erste Etappe vom Heimweg

So langsam wird es Ernst! Die Heimreise steht an und ich hab ne ganze Ecke zu fahren. Es gilt heute Rom großzügig zu umfahren und noch mal eine Stück oberhalb einen Campingplatz zu finden. Gegoogelt hab ich mir Camping Village Afrika. Jannik will mich wieder durchs halbe Land dorthin führen, also muss ich mal wieder eingreifen. Selbst die letzten Kilometer auf der SS1 will er partout vermeiden weil er sie für eine Autobahn hält. Er möchte lieber noch mal hundert Kilometer durch die Toskana gurken. Als ich hier ankomme, bin ich wenig begeistert... Aber es gab noch einen Platz vorher, den nehme ich.
Das Wetter ist heute nicht so stürmisch wie gestern und so kann ich endlich mal ins Meer zum Baden gehen.

Dienstag, 21. Mai 2024

Amalfitana ich komme

Heute morgen hat es erstmal schön geregnet und so konnte ich erst mit Verspätung starten. So gegen halb zehn bin ich los, einmal quer durch Salerno und dann ab auf die Amalfitana. Die Straße ist schmal und schlängelt sich wunderschön an der Felsenküste entlang. Leider ist der Verkehr schon jetzt eine ziemliche Herausforderung. Ständig anhalten und auf entgegenkommende Fahrzeuge warten. So richtig Flow ist das nicht. Ich mache es den Rollerfahrern nach und überhole sooft es nur geht. Aber kaum in Fahrt, steht schon der nächst im Weg.
Fast drei Stunden habe ich für die gut 40km Strecke gebraucht, dann endlich Sorrent. Kaffeepause! Jetzt muss ich nur noch durch Neapel und dann geht's an die Baia Domizia. Zum Glück gibt's ne Schnellstraße außen herum. Da spare ich mir den Stadtverkehr. Danach geht's kurvenlos zur Baia.
Camping Villagio Baia Domizia ist das Ziel. Und stellt sich als abnehmbarer Camping heraus. Das Wetter ist heute ideal zum Motorradfahren, nicht so heiß wie gestern dafür windig. Fürs Camping ist es eher suboptimal. Baden gehen kannst Du vergessen!

Montag, 20. Mai 2024

Weg von der Adria und doch zurück zum Meer

Von Peschici geht's heute weiter nach Salerno. Also von der eine auf die andere Seite des Stiefelschafts. Vorher gilt es noch den Gargano fertig zu "umrunden".
Ich habe Meisterschaft geplant... Nämlich gar nicht. Ich muss mich erstmal Richtung Manfredonia, was ich erstmal ohne Navi versuchen muss. Jannik hat's sich über Nacht aufgehängt. Nachdem er wiederbelebt ist will er mich in die selbe, falsche Richtung wie die Schilder schicken. Ich will aber nicht schnell zum Zwischenziel sondern schön. Mit ein paar Tricks bekomme ich ihn doch überzeugt und er legt sich nochmal extra ins Zeug. Er schickt mich über den Pass am  Monte Sant'Angelo. Eine richtige Kurvenorgie!
Als ich wieder unten bin, wusel ich mich durch den Stadtverkehr von Manfredonia. Danach geht's über's Land, am Anfang dachte ich noch: schonwieder endlose Geraden. Aber Jannik macht heute Durcheinander, auf Straßen ohne Kategorie und Name werde ich, mit hunderten Abzweigungen durch die Ebene geführt.
Also die Berge sich nähern, werde ich ständig auf unbefestigte Straßen geführt und zur Krönung will er plötzlich über die Autobahn fahren... Jetzt Reicht's. Ich such mir nochmal eine neue Route nach Salerno und siehe da es geht auch ohne Autobahn. Allerdings habe ich schon ganz schön viel Zeit vertrödelt. Ankunft irgendwo nach 17 Uhr , da hilft auch nicht der Griff zum Gas. Es schlängelt sich munter und froh den Berg hinauf, runter sowieso. Der erste Camping ist mir, denke ich. Aber als ich am Lido vorbei fahre, muss ich ihn wohl übersehen haben. Ich schwöre, da war nichts. Der nächste ist eine herbe Enttäuschung und dann kommen viele geschlossene, die es auch besser beleiben sollten. Ganz weit weg von Salerno im Süden kommen noch ein paar, ich ziehe ins Camping Villagio Paestum. Leider.. Der Shop ist zwar auf, und es gibt eine kleine Bar aber nichts zu essen. Also muss ich nach der ganzen Auspellerei und Aufbauerei mich wieder in Helm und Jacke zwängen und nach ner Kneipe suchen, die ist 7km weit weg.. Essen war heute so lala. Bis morgen.

Sonntag, 19. Mai 2024

Zum Gargano

Heute geht's zum letzten Mal nach Süden. Zum Sporn des Stiefels , auf den Gargano. Jannik (die Stimme aus dem Navi) hat beschlossen mich nur auf den breiten großen Straßen zu führen. Aufregend wie ne Autobahn...
Ich Versuche mich immer Mal durch abzweigen in die kleinen Städtchen abzulenken. Aber auch die werden langsam rar. Am geplanten Ziel sind alle Campingplätze noch zu oder sehr unschön. Der Versuch auf einem der wenigen FKK- Plätze in Italien zu landen ist leider auch gescheitert. Zu! Also fahre ich noch ein Bisschen weiter, bis ich in Peschici fündig geworden bin. 
Platz passt und ich habe für heute kein Lust mehr weiter zu fahren. Also das übliche Ritual, Zelt aufbauen und dann den Strand suchen.

Samstag, 18. Mai 2024

Ab durch die Berge, zurück ans Meer

Ich mache mich heute schon früh auf den Weg um von der Toskana zurück an die Adria zu wechseln. Halb neun sitze ich auf dem Motorrad und starte Richtung Abruzzen. Ich fahre quer durch die Toskana, mit ihren, wie mit dem Pinsel in die Hügel der Landschaft gesetzten Weingütern und alten Städtchen. Die Membran der Motorradkluft ist hinten im Gepäck und ich genieße den frischen Wind. So langsam nähere ich mich den Bergen der Abruzzen. Auf den Berggipfeln liegt teilweise noch Schnee und es wird langsam recht kühl. Ich suche lange nach einem Platz an dem ich mal ungestört pinkeln und mich umziehen kann und nicht halb Rom an einem vorbei kommt. Italien ist hier einfach zu dicht besiedelt...
Als ich endlich einen, vermeintlich passenden, Platz gefunden habe, steht dort: Privatgrundstück, Privatstraße und videouberwacht. Naja ist mir egal, jetzt wo die Not am größten ist. Kaum stehe ich kommt schon das erste Auto, meine Fresse, kann man nicht mal in Ruhe strullern?? Ich Pack mir die Membran und einen Pullover aus, der nächste kommt vorbei... Als ich komplett angezogen bin, habe ich insgesamt 8 Zuschauer gezählt.
Hier oben auf knapp 900m Höhe ist's echt noch ganz schön frisch. Weiter geht's Richtung Pescara. Irgendwie habe ich mir einen "Pass" mit auf die Strecke geplant. Geht ganz schön steil und schmal hier hoch. Am Gipfel ist Baustelle und eigentlich das weiterfahren verboten. Ich erkundige mich bei den Bauarbeitern ob die Straße frei ist oder nicht. Sie sagen alles ist frei, ich soll nur nicht linksrum fahren. Nuja das bekomme ich hin, denke ich. Wenig später stehe ich an einer Kreuzung mit einem Abzweig nach links und zwei nach rechts. Beide ohne Asphalt. Ich nehme den in der Mitte. Neue Schotterpiste, der andere sah zu sehr nach zugewuchertem Feldweg aus.
Eigentlich wollte ich ja nicht mehr offroadeln ... Ich fahr ne ganze Zeit der neuen Piste hinterher und dann endet sie einfach. Also wieder zurück, wieder begegnen mir die Bauarbeiter und schütteln mit dem Kopf. Nicht diese Strecke! Bevor ich mich irgendwo im Wald für immer verirre, fahr ich den kompletten Berg wieder runter zurück auf die SS17 gen Pescara. Es beginnt ganz leicht zu nieseln aber für die Regenkombi ist es noch zu wenig. In der Hose fehlt die Membran noch immer. Wenn jetzt richtig Regnet dann bin ich bis auf die Buchse surch. Zum Glück wird's nicht schlimmer. So jetzt bin ich am Meer, in Pescara. Nur schön ist irgendwie anders. Ich suche mir einen offenen Camping 11km außerhalb der Stadt. Ich habe fertig, für heute...

Freitag, 17. Mai 2024

Weiter geht's

Ich habe beschlossen aus dem ACT komplett auszusteigen und meine Maschine noch ein wenig zu schonen. Also fahre ich "parallel" zum Track auf der Straße, zumindest meistens. Ich hab heut' morgen noch schnell eine Strecke zusammengestellt und die hat ein paar kleine Schwächen. Ich komme trotzdem an und in schönen Orten vorbei. Castello die Lago, Montepulciano und dem Zielort Orvieto. Kurz den Dom angesehen und weiter zum Lago di Bolsena. Nebenbei habe ich die 160Tkm Marke auch geknackt. Bleib mit treu meine liebe Heidi. Zuviel Zeit kann ich nicht mehr verschlumpern, ich muss ja nächste Woche wieder zurück fahren. Aber noch bin ich nicht am Punkt der Umkehr angekommen. Trotz des Urlaubs gestern macht mir das sprichwörtliche Messer in meiner Schulter wieder mächtig zu schaffen. Ich könnte eine oder besser zehn Massagen brauchen. Der heutige Camping ist nicht wahnsinnig berauschend - Stichwort Klopapier usw. - aber dafür halbwegs günstig. Ne Kneipe ist zu Fuß erreichbar und bietet ausgezeichnetes Essen. 

Montag, 13. Mai 2024

Lost - nix mit Dolce Vita

Anstatt ich in Ruhe ausgiebig bei Gretls frühstücke, lass ich mich vom Campingnachbar überzeugen nochmal zurück nach Kaltern zu fahren und dort beim Bäcker zu frühstücken.... Das klappt leider nur so leidlich, denn die Kaffeemaschine ist kaputt. Also nehme ich nur ein Croissant Con crema mit auf die Reise. Im Supermarkt hole ich mir noch schnell ein Ladekabel fürs Handy, entweder hab ich es vergessen oder ich finde es nur nicht im Gepäck. Heute soll es durch die Berge von Rovereto bis nach Chioggia ans Meer gehen. In Rovereto verpasse ich erstmal den Einstieg in die vermeintlich richtige Route. Also nochmal zurück kurz darauf sagt mir ein Schild an der Straße, dass sie gesperrt ist. Alle Versuche die Sperrung mit dem Navi zu umfahren laufen ins Leere. Dann bitte nochmal umkehren und die "falsche" Route vom Anfang nehmen. Da für heute Regen angekündigt ist, wäre ich gern etwas zügiger über die Berge gekommen. Doch ich habe Glück und es tropft nur minimal. Ich Lotse mich mitten durch Vincenza und Padua. Als ich endlich die urbanen Speckgürtel verlassen habe sind es nur noch 60 km bis Chioggia. Also Zähne zusammenbeißen und durch.
Ich Chioggia checke ich auf einem noch recht geschlossen wirkenden Camping ein. Heute bleibt die Küche kalt, ich gehe zum nächsten Supermercato und decke mich preiswert mit Lebensmitteln ein. Fotos gibt's heute auch keine, ich war mit der Wegfindung zu sehr beschäftigt...

Sonntag, 12. Mai 2024

Bella Italia - La dolce vita

Nach langer Zeitdet Abstinenz,hab ich es endlich mal wieder aufs Motorrad geschafft.. Mein Ziel, so man dass so nennen kann, ist planlos durch Italien zu fahren. Also werden die alten Motorradreiseutensilien hervorgekramt, unnötige Dinge weggelassen und schon kann's losgehen. Mit leichter Verspätung verlasse ich Frau und Kinder und mache mich auf die laaaaange Autobahnetappe Richtung Brenner. Wie immer zieht sich das wie Kaugummi. Einzig die sich zum Ende neigende Tankanzeige sorgt immer Mal für Abwechslung. Erster Tankstopp ist in Forchheim, die gute alte Heidi scheint ebenso durstig wie ihr in den vergangenen Himmelfahrtstagen zu sein. Kurz vor München sind die 16 Liter schon fast wieder alle. Ich beschließe der Tankanzeige nicht zu trauen und fahre weiter Richtung Garmisch. Natürlich geht die Reservelampe kurz darauf an. Die 70km müssen noch drin sein. In Garmisch hab ich die Restreichweite schon ziemlich weit ausgenutzt. Weiter geht's nach kurzem Tankstopp. Zirler Berg, Innsbruck, Brenner, in Sterzing verlassen wir endgültige die Autobahn. Es geht hinauf zum Penser Joch. Es hat schon sehr früh in diesem Jahr geöffnet aber Schnee gibt's noch genug hier oben. Eine kurze Fotopause und dann geht's weiter nach Bozen. Das Navi schickt mich mitten durch die Stadt, nicht schnell aber auch gut. Weiter in Richtung Kalterer See, ob das richtig ist Frage ich mich?? Eigentlich wollte ich nach Auer zum Markushof... Naja wenn's nicht stimmt kann ich ja zum Camping Gretl am See, denke ich gerade als das Navi sagt, jetzt links.. Verdammt, das war zu knapp für mein Resthirn. Also doch weiter gerade aus und siehe da, Gretl am See. Ich habe mich umentschieden worden. Für uns gibt's einen spartanischen Platz auf der Zeltwiese ohne alles. Perfekt! Ich bin da!