Mittwoch, 15. Mai 2024

Auf schlechten Pisten der Krümelspur hinterher

So heute nun der AdventureCountryTrack kurz ACT. Eine Strecke die von "Scouts" ausgekundschaftet und bereit gestellt wird. Wie eine Krümelspur der man hinterher fahren kann. Es geht vorwiegend Offroad über gute und schlechte Pisten gut 220km lang... Der erste von fünf Tagen hat den Schwierigkeitsgrad leicht. Anfangs war es auch so, ich mußte mich zwar an den rutschigen Schotter erstmal gewöhnen aber es klappt ganz ordentlich. Unterwegs treffe ich auf eine Gruppe von vier Fahrern die aber als Duett jeweils unterwegs sind. Ein kurzer Plausch und schon geht es für sie weiter. Noch sind sie vor mir. Schon bald überhole ich die ersten beiden, die gerade ihre Kleidung etwas auflockern. Die anderen beiden treffe ich wenig später bei einer Pause wieder, jetzt sind vier hinter mir - und das ist auch gut so. Auf der Strecke stehen schon seit geraumer Zeit Sperrschilder umher und alle haben sie bisher ignoriert. Also tue ich ihnen gleich. Vor einem Abzweig in den Wald steht nun wieder ein Schild, diesmal Einbahnstraße. Egal ich halte drauf, schließlich geht hier meine GPX-Krümelspur entlang. Weit komme ich aber nicht. Eine 30m lange Schlammpassage wird mir zum Verhängnis. Mit der vollbepackten GS komme ich ins Schlingern, der Reifen ist zu und ich falle um. Schöne Scheisse... Um die Maschine aufzuheben Bedarf es neben einer geschickten Drehung auf dem Euter (Zylinder des Boxermotors) und dem abladen des Gepäcks. So, jetzt steht sie erstmal, aber weg komme ich trotzdem noch nicht. Ich stehe quer zur Bahn und der Hinterreifen bekommt keinen Grip. Zum Glück fahren die vier mir nach, nach der Devise: wenn die GS dahin fahren kann, können wir das auch.... Mit geeinten Kräften schieben die ersten beiden Ankömmlinge mich mit durch die Schlammpassage. Jetzt sind sie dran, dank weniger Gepäck und besser geeigneten Reifen schaffen sie es fast alleine. Die beiden anderen schaffen es ganz allein hindurch. Jetzt muss das Gepäck noch den Berg hinauf und auch dabei wird mir geholfen - Danke Jungs! Nachdem dass geschafft war, ging's glücklicher Weise erstmal etwas entspannter vorwärts. Es gab mal wieder ein Stück Asphalt. Die Jungs sind zum Tanken abgebogen und so bin ich erstmal wieder alleine. Die nächste Piste ist viel besser und man kann mal schön laufen lassen. Mitten im Flow steht ein Schweizer am Straßenrand, wir winken uns zu und ich Böller weiter. Am Abzweig vorbei - Mist - Kehrtwende. Und ab auf die nächste Piste. Die ist haarig, tief ausgewaschene Spurrillen und grobes Geröll wechseln sich mit tiefen Pfützen ab. Ich brauche eine Pause. Der Schweizer auf seiner AfricaTwin hat aufgeschlossen und bringt frohe Kunde nur noch 20km Track ubrig. Der hat's dafür in sich, Buckel, Geröll, Spurrinnen, Pfützen und das ganze auch noch bergab. Da haben sich die Scouts was ausgedacht. Ich quäle mich gerade langsamst einen Geröllhang runter, da höre ich ein Brummen hinter mir. Es ist nicht der Schweizer Fahrer sondern vier Österreicher, drei auf leichten Crossern einer mit ner 390er KTM. Die geben richtig Kit. Aber ich kann sogar halbwegs an ihnen dran bleiben. Nach ein Paar Kilometern ist's geschafft. Track Ende! Die Österreicher haben gerade angehalten als ich zu ihnen stoße. Erstmal hallo und so. Wo kommst du her, fährst Du auch ACT?? Achtung jetzt kommt's sie haben an der Stelle beschissen und sind anders gefahren. 
Ihre großen Augen: "Nö ich bin da hoch, hab mich aber geschmissen!" " Was wiegt den dein Bike so?" "Ca. 270kg mit Gepäck, antworte ich." " Und du bist alleine unterwegs?" Ja bin ich! "Alter du traust dir was" 

Hihi. 

Dienstag, 14. Mai 2024

Zum Startpunkt des ACT und zurück zum Strand

Heute gibt's nur eine kurze Etappe, mehr Zeit für Dolce Vita... In Chioggia mache ich nocheinmal einen sehr kleinen Stop zum Sightseeing. Dann geht's los in Richtung Ravenna, zuerst lotst mich das Navi auf die völlig überfüllte E55, zum Glück nicht lange. Und so drehe ich ein paar Runden in der Emiglia Romana auf kleinen Sträßchen. Dann geht's in Richtung Bertinoro, von hier soll's morgen abseits befestigter Straßen auf dem ACT Italia weiter gehen. Ich bin gespannt ob das Wetter passt und ich meine Fähigkeiten nicht vollkommen überschätzt habe...
Das es hier keine Campingmöglichkeit gibt. Suche ich mir einen in 20km Entfernung. In Pinarella bei Cervia. Hier gibt's schon mal eine offene Strandbar und natürlich auch Meer.

Montag, 13. Mai 2024

Lost - nix mit Dolce Vita

Anstatt ich in Ruhe ausgiebig bei Gretls frühstücke, lass ich mich vom Campingnachbar überzeugen nochmal zurück nach Kaltern zu fahren und dort beim Bäcker zu frühstücken.... Das klappt leider nur so leidlich, denn die Kaffeemaschine ist kaputt. Also nehme ich nur ein Croissant Con crema mit auf die Reise. Im Supermarkt hole ich mir noch schnell ein Ladekabel fürs Handy, entweder hab ich es vergessen oder ich finde es nur nicht im Gepäck. Heute soll es durch die Berge von Rovereto bis nach Chioggia ans Meer gehen. In Rovereto verpasse ich erstmal den Einstieg in die vermeintlich richtige Route. Also nochmal zurück kurz darauf sagt mir ein Schild an der Straße, dass sie gesperrt ist. Alle Versuche die Sperrung mit dem Navi zu umfahren laufen ins Leere. Dann bitte nochmal umkehren und die "falsche" Route vom Anfang nehmen. Da für heute Regen angekündigt ist, wäre ich gern etwas zügiger über die Berge gekommen. Doch ich habe Glück und es tropft nur minimal. Ich Lotse mich mitten durch Vincenza und Padua. Als ich endlich die urbanen Speckgürtel verlassen habe sind es nur noch 60 km bis Chioggia. Also Zähne zusammenbeißen und durch.
Ich Chioggia checke ich auf einem noch recht geschlossen wirkenden Camping ein. Heute bleibt die Küche kalt, ich gehe zum nächsten Supermercato und decke mich preiswert mit Lebensmitteln ein. Fotos gibt's heute auch keine, ich war mit der Wegfindung zu sehr beschäftigt...

Sonntag, 12. Mai 2024

Bella Italia - La dolce vita

Nach langer Zeitdet Abstinenz,hab ich es endlich mal wieder aufs Motorrad geschafft.. Mein Ziel, so man dass so nennen kann, ist planlos durch Italien zu fahren. Also werden die alten Motorradreiseutensilien hervorgekramt, unnötige Dinge weggelassen und schon kann's losgehen. Mit leichter Verspätung verlasse ich Frau und Kinder und mache mich auf die laaaaange Autobahnetappe Richtung Brenner. Wie immer zieht sich das wie Kaugummi. Einzig die sich zum Ende neigende Tankanzeige sorgt immer Mal für Abwechslung. Erster Tankstopp ist in Forchheim, die gute alte Heidi scheint ebenso durstig wie ihr in den vergangenen Himmelfahrtstagen zu sein. Kurz vor München sind die 16 Liter schon fast wieder alle. Ich beschließe der Tankanzeige nicht zu trauen und fahre weiter Richtung Garmisch. Natürlich geht die Reservelampe kurz darauf an. Die 70km müssen noch drin sein. In Garmisch hab ich die Restreichweite schon ziemlich weit ausgenutzt. Weiter geht's nach kurzem Tankstopp. Zirler Berg, Innsbruck, Brenner, in Sterzing verlassen wir endgültige die Autobahn. Es geht hinauf zum Penser Joch. Es hat schon sehr früh in diesem Jahr geöffnet aber Schnee gibt's noch genug hier oben. Eine kurze Fotopause und dann geht's weiter nach Bozen. Das Navi schickt mich mitten durch die Stadt, nicht schnell aber auch gut. Weiter in Richtung Kalterer See, ob das richtig ist Frage ich mich?? Eigentlich wollte ich nach Auer zum Markushof... Naja wenn's nicht stimmt kann ich ja zum Camping Gretl am See, denke ich gerade als das Navi sagt, jetzt links.. Verdammt, das war zu knapp für mein Resthirn. Also doch weiter gerade aus und siehe da, Gretl am See. Ich habe mich umentschieden worden. Für uns gibt's einen spartanischen Platz auf der Zeltwiese ohne alles. Perfekt! Ich bin da!